Was die CSRD eigentlich ist
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD, EU-Richtlinie 2022/2464) erweitert die alte NFRD massiv: Statt rund 11.700 großen EU-Unternehmen sollten ursprünglich rund 50.000 Unternehmen berichten — über zwölf europäische Standards (ESRS) hinweg, mit etwa 1.100 Datenpunkten je Bericht. Die Umsetzung in deutsches Recht erfolgte mit dem CSRD-Umsetzungsgesetz (Stand 2024).
Welche Wellen es ursprünglich gab
Vier Wellen waren vorgesehen:
- Welle 1: Große kapitalmarktorientierte Unternehmen (NFRD-Anwender) — Bericht für Geschäftsjahr 2024
- Welle 2: Große, nicht-kapitalmarktorientierte Unternehmen — Bericht für Geschäftsjahr 2025 (ursprünglich)
- Welle 3: Börsennotierte KMU — Bericht für Geschäftsjahr 2026 (ursprünglich)
- Welle 4: Drittstaaten-Unternehmen mit EU-Tochter — ab 2028
Das Omnibus-Paket „Stop the clock“ (April 2025)
Im April 2025 hat die EU-Kommission das Omnibus-Paket beschlossen. Welle 2 wurde von Geschäftsjahr 2025 auf 2027 verschoben, Welle 3 von 2026 auf 2028. Außerdem wurden die Schwellenwerte angehoben: Direkte CSRD-Pflicht trifft nur noch Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitenden UND über 450 Mio. € Umsatz. Damit fallen rund 80 % der ursprünglich Berichtspflichtigen aus dem Anwendungsbereich.
Aktuelle Schwellenwerte ab 2026
Direkte CSRD-Pflicht haben Unternehmen, die:
- über 1.000 Mitarbeitende beschäftigen, UND
- über 450 Mio. € Umsatz oder über 25 Mio. € Bilanzsumme ausweisen, ODER
- börsennotiert sind und 250+ MA / 50 Mio. € Umsatz erreichen (verschoben auf 2028)
Wer unter diesen Schwellen liegt, ist nicht direkt CSRD-pflichtig — aber häufig indirekt über die Lieferkette betroffen.
Warum 80 % der ursprünglich Berichtspflichtigen ausfallen
Die Verschärfung der Schwellenwerte ist eine politische Antwort auf Mittelstandskritik: Der Aufwand (rund 80–250 Stunden interner Arbeit plus 25.000–250.000 € externer Kosten) galt für viele KMU als unzumutbar. Mit den neuen Schwellen (1.000 MA / 450 Mio. €) treffen nur noch echte Großunternehmen direkt — und das spiegelt sich in der EU-Empfehlung des freiwilligen VSME-Standards wider.
Lieferketten-Druck — auch nicht-pflichtige KMU müssen liefern
Die direkte Pflicht entfällt für die meisten — der Druck nicht. Wer als Zulieferer für börsennotierte Großkunden (BMW, Bosch, Henkel, Edeka) tätig ist, bekommt deren ESG-Datenanforderungen weiterhin: NQC SAQ, EcoVadis, IntegrityNext, CDP oder eigene Excel-Vorlagen. Großkunden brauchen Ihre Scope-3-Daten für ihren eigenen CSRD-Bericht.
VSME als der richtige Standard für KMU
Die EU-Kommission hat am 30. Juli 2025 den VSME-Standard (Voluntary SME Standard) der EFRAG offiziell als KMU-Standard empfohlen. VSME hat 140 Datenpunkte (Basic + Comprehensive) statt 1.100 ESRS-Datenpunkte und ein „if applicable“-Prinzip statt strenger Wesentlichkeitsanalyse. Großkunden akzeptieren VSME zunehmend als gültigen Input. Genau dafür ist CSRD Easy gemacht.