NQC SAQ ausfüllen: Anleitung für Automotive-Zulieferer
Der Self-Assessment Questionnaire ist Pflicht für VW-, BMW-, Mercedes- und Bosch-Lieferanten. So beantworten Sie ihn in vier Tagen statt vier Wochen — mit VSME-Mapping.
Wenn das BMW-Einkauf-Team eine E-Mail mit Betreff „SupplierAssurance-Update — Aktion erforderlich“ schickt, beginnt für viele Tier-2- und Tier-3-Zulieferer ein Spießrutenlauf: 80 Fragen, 6 Themengebiete, ein Datum vier Wochen später. Wer dann nicht antwortet, fällt aus der „qualifizierten Lieferanten“-Liste — und damit potenziell aus dem nächsten Werkzeug- oder Bauteil-Auftrag.
Der NQC Self-Assessment Questionnaire (SAQ) ist nicht zu unterschätzen. Aber er ist auch keine Black Box — wer ihn einmal strukturiert beantwortet hat, kann die Antworten in einem Folgejahr wiederverwenden.
Was ist der NQC SAQ?
NQC ist ein britischer Anbieter, der mit SupplierAssurance.com die zentrale Lieferanten-Plattform der Automobilindustrie betreibt. OEMs (VW, BMW, Mercedes-Benz, Stellantis) und Tier-1-Zulieferer (Bosch, Continental, ZF) nutzen sie als Standard-Eingang für ihre Lieferanten-Bewertung. Die aktuelle Version ist SAQ 5.0.
Wer fordert ihn?
In der Praxis kommen die Anfragen primär von OEMs (VW-Konzern, BMW Group, Mercedes-Benz, Stellantis, Ford Europe) und von Tier-1-Zulieferern (Bosch, Continental, ZF Friedrichshafen, Magna, Schaeffler, Mahle). Frist typischerweise vier bis acht Wochen ab Anfrage. Wer nicht antwortet, fällt aus der „qualifizierten Lieferanten“-Liste heraus.
Aufbau: 6 Themengebiete, 80+ Fragen
1. Unternehmens-Stammdaten: Sitz, Tochterfirmen, Standorte, Mitarbeiterzahl, ISO-Zertifikate (9001, 14001, 45001, IATF 16949).
2. Compliance: Code of Conduct, Whistleblowing, Konfliktmineralien (3TG: Tin, Tungsten, Tantalum, Gold), REACH/RoHS.
3. Arbeit/Menschenrechte: Mindestlohn, Arbeitszeiten, Antidiskriminierung, Vereinigungsfreiheit, LkSG-Konformität.
4. Umwelt: Energie-Mix, Treibhausgas-Bilanz Scope 1/2/3, Wasser, Abfall, Chemikalien.
5. Lieferkette: Sub-Tier-Transparenz, Lieferanten-Audits, Konfliktmineralien-Tracking.
6. Cyber/Safety: TISAX-Status, ISO 27001, Business-Continuity-Pläne.
Typische Fallstricke
- Scope-3-Kategorie-11: „Use of sold products“ verlangt eine Lebenszyklus-Berechnung pro Bauteil. Ohne PCF-Methodik raten viele falsch.
- Antworten ohne Belege: SAQ verlangt Upload von ISO-Zertifikaten, Policies und Schulungsnachweisen. Wer „ja“ angibt ohne Nachweis, scheitert im Audit.
- Inkonsistente Werks-Daten: Wer Werk 1 mit Werk 2 vermischt, bekommt am Ende eine niedrigere Bewertung.
- Englisch-Falle: SAQ-Texte sind teils im US-/UK-Englisch — Fehlinterpretationen führen zu Punktabzug.
Mapping VSME → SAQ
Wer einen VSME-Bericht erstellt hat, hat 70–80 Prozent der SAQ-Antworten bereits implizit beantwortet. Die direktesten Mappings:
- VSME B3 (Klima) → SAQ Umwelt-Sektion
- VSME B8/B9 (Belegschaft) → SAQ Arbeit/Menschenrechte
- VSME B11 (Geschäftsverhalten) → SAQ Compliance
- VSME C2 (Klima-Risiken) → SAQ Scope-3-Fragen
CSRD Easy generiert dieses Mapping automatisch — Sie übertragen die Antworten dann ins SupplierAssurance-Portal.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Tag 1: Onboarding in CSRD Easy (Branche „Automotive“, Werks-Standorte, Großkunden eintragen).
Tag 2: Wesentlichkeits-Wizard (4 Stunden, vorausgewählte Automotive-Themen) und Beginn der Datenerfassung (Strom, Gas, Diesel).
Tag 3: Datenerfassung abschließen (Personal, Abfall, Wasser) und Beleg-Upload.
Tag 4: SAQ-Mapping in CSRD Easy generieren, Antworten in SupplierAssurance.com übertragen, Belege hochladen.
Statt vier Wochen Excel-Hölle haben Sie nach vier Tagen einen vollständigen, audit-fähigen SAQ-Output — plus parallel einen VSME-Bericht und Inputs für EcoVadis und IntegrityNext aus demselben Datensatz.
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