VSME-Standard erklärt: Der EU-empfohlene Berichtsstandard für KMU
Seit Juli 2025 ist VSME offiziell EU-empfohlen. Basic-Modul, Comprehensive-Modul, „if applicable“-Prinzip — der schlanke Weg zum Nachhaltigkeitsbericht für mittelständische Zulieferer.
Wer als mittelständischer Zulieferer 2026 nach einem schlanken, EU-gestützten Reporting-Standard sucht, landet zwangsläufig beim VSME — dem Voluntary SME Standard der EFRAG. Seit dem 30. Juli 2025 ist er offiziell von der EU-Kommission empfohlen — und damit der wichtigste Bezugspunkt für alle, die nicht direkt CSRD-pflichtig sind, aber dennoch Großkunden-Anfragen beantworten müssen.
EFRAG-VSME — die Story dahinter
EFRAG (European Financial Reporting Advisory Group) ist die Organisation, die auch die ESRS-Standards der CSRD entwickelt. Auftrag der EU-Kommission an EFRAG war es, einen proportional skalierten Standard für KMU zu entwerfen — mit deutlich weniger Datenpunkten und einem niedrigschwelligen Materialitätsprinzip. Nach Konsultation mit Hunderten KMU und Pilotanwendung wurde der finale VSME-Entwurf im Dezember 2024 publiziert.
EU-Empfehlung 30. Juli 2025
Die EU-Kommission hat den Standard im Sommer 2025 per offizielle Empfehlung (nicht Verordnung!) adoptiert. Damit ist VSME kein Pflicht-Standard, aber ein EU-empfohlener Referenz-Standard, den Großkunden akzeptieren sollen. Das ist ein bewusster politischer Schritt: Statt 50.000 KMU mit ESRS-Voll-Anforderungen zu überfordern, gibt es jetzt einen schlanken Standard, der die häufigsten Lieferketten-Anfragen abdeckt.
Basic-Modul (B1–B11): 100 Datenpunkte
Das Basic-Modul ist der Pflicht-Kern jedes VSME-Berichts. Es deckt rund 100 Datenpunkte über 11 Themen ab:
- B1, B2: Allgemeine Angaben und Berichts-Grundlagen
- B3: Energie und Treibhausgase (Scope 1+2)
- B4: Umweltverschmutzung
- B5: Biodiversität
- B6: Wasser
- B7: Ressourcen und Kreislaufwirtschaft
- B8: Eigene Belegschaft
- B9: Wertschöpfungskette (Mitarbeitende)
- B10: Verbraucher und Endverwender
- B11: Geschäftsverhalten
Für Mikrobetriebe und für viele einfache Lieferketten-Anfragen reicht das Basic-Modul.
Comprehensive-Modul (C1–C9): zusätzliche 42 Datenpunkte
Das Comprehensive-Modul ergänzt 42 weitere Datenpunkte für KMU mit größerem Risiko-Profil oder Großkunden-Anforderungen. C1 deckt strategische Aspekte ab (Geschäftsmodell, ESG-Strategie); C2–C9 betreffen detailliertere Klimaszenarien, Lieferketten-Risiken und Governance-Strukturen. Wer EcoVadis Silver/Gold anstrebt, sollte das Comprehensive-Modul anwenden.
Wie sich VSME von ESRS unterscheidet
Die wichtigsten Unterschiede in einem Satz: VSME hat 140 statt 1.100 Datenpunkte, „if applicable“ statt formaler Doppelter Wesentlichkeit, externe Prüfung freiwillig statt Pflicht.
Konkret: Bei VSME dokumentieren Sie für jedes Thema kurz, ob es relevant ist — bei ESRS müssen Sie eine vollständige Stakeholder-Befragung mit Materialitäts-Matrix durchführen. Das spart einen kompletten Berater-Workshop ein.
Welche Großkunden VSME bereits akzeptieren
Nach EU-Empfehlung haben mehrere Tier-1-OEMs (BMW, Bosch), FMCG-Konzerne (Henkel, Beiersdorf) und Maschinenbau-Großunternehmen (Trumpf, Siemens) signalisiert, VSME als gültigen Input zu akzeptieren — wahlweise direkt oder als Mapping in ihre eigenen Lieferanten-Fragebögen. CSRD Easy bietet genau dieses Mapping als Kern-Funktion.
Wie Sie in 4 Wochen einen VSME-Bericht erstellen
Mit einem geführten Wizard und vorausgefüllten Branchen-Defaults ist ein VSME-Basic-Bericht in vier Wochen realistisch:
- Woche 1: Onboarding (30 Min) und Wesentlichkeits-Check (4 Stunden)
- Woche 2–3: Datenerfassung (Strom, Gas, Diesel, Personal) mit Beleg-Upload
- Woche 4: Bericht-Generierung, Mapping zu Großkunden-Formaten, Submission
Das ist nicht der Vier-Tage-Sprint des Beraters, aber es ist ein realistischer, sauberer Pfad ohne Beratervertrag.
Bereit für den nächsten Schritt?
Beta-Phase: 30 Tage kostenlos. Keine Kreditkarte nötig.
Mein kostenloses Beta-Konto erstellen