Scope-3-Emissionen: Warum Großkunden Sie als Zulieferer fragen
Scope 3 deckt vor- und nachgelagerte Lieferketten ab. Bosch, Henkel und IKEA brauchen Ihre Daten für ihren eigenen Bericht. So liefern KMU strukturierte Antworten.
Wer als mittelständischer Zulieferer eine E-Mail von Bosch, Henkel oder Schaeffler mit der Betreffzeile „Scope-3-Anfrage Geschäftsjahr 2025“ bekommt, fragt sich oft: Warum eigentlich? Wir sind doch gar nicht CSRD-pflichtig. Die Antwort liegt in der Logik des GHG Protocol — und sie hat handfeste Konsequenzen für Ihren Reporting-Aufwand 2026.
Was Scope 3 eigentlich ist
Das Greenhouse Gas Protocol teilt Treibhausgas-Emissionen in drei Bereiche. Scope 1 sind die direkten Emissionen aus eigenen Anlagen (Diesel, Gas, Heizöl). Scope 2 sind die Emissionen aus eingekaufter Energie (Strom, Fernwärme). Scope 3 deckt alles andere ab — alle 15 Kategorien vor- und nachgelagerter Lieferketten-Emissionen.
Für viele Mittelständler liegen 60 bis 80 Prozent der gesamten Treibhausgas-Belastung in Scope 3.
Warum Großkunden Sie fragen
Großkunden, die selbst CSRD-pflichtig sind oder freiwillig nach ESRS berichten, müssen ihre eigenen Scope-3-Emissionen ausweisen. Die erste Scope-3-Kategorie heißt „Eingekaufte Güter und Dienstleistungen“ — und das schließt alle Vorprodukte ein, die Sie als Zulieferer liefern.
Wenn Bosch zum Beispiel berichtet, „unsere Scope 3 ist 12 Mio. t CO2e“, dann muss Bosch wissen, woher diese 12 Mio. t kommen. Ein erheblicher Teil entfällt auf Bauteile von Tier-2-Zulieferern. Ohne deren Daten muss Bosch mit pauschalen Branchen-Faktoren schätzen — und das macht den eigenen Bericht ungenauer.
Welche Kategorien Sie typischerweise liefern müssen
In der Praxis fragen Großkunden vor allem nach:
- Kategorie 1 (Eingekaufte Güter/Dienstleistungen): Ihr CO2-Anteil pro gelieferter Tonne / pro gelieferter Einheit
- Kategorie 4 (Vorgelagerter Transport): Wie kommen Ihre Produkte zu uns?
- Kategorie 11 (Nutzung verkaufter Produkte): Vor allem in Automotive — Energieverbrauch des Bauteils im Auto über die Lebensdauer
- Kategorie 12 (Entsorgung verkaufter Produkte): Wie wird Ihr Produkt am Lebensende behandelt?
So liefern Sie strukturierte Antworten
Der Schlüssel ist die richtige Bezugsgröße. Großkunden fragen oft nach „kg CO2e pro Stück“ oder „kg CO2e pro kg Endprodukt“. Sie brauchen also nicht nur Ihre Gesamt-Emissionen, sondern eine Allocation auf Produkt-Ebene.
VSME-Comprehensive-Datenpunkt C2 deckt genau diese Anforderung ab. Mit den vereinfachten Methoden des CSRD-Easy-Wizards liefern Sie:
- Scope 1+2 als Gesamt-Wert (Strom, Gas, Diesel im Werk)
- Allocation per Bezugsgröße (z. B. kg CO2e pro Tonne Produkt, basierend auf Werks-Output)
- Scope 3 für 3 wesentlichste Kategorien (Schätzung mit Branchen-Faktoren erlaubt)
Pragmatik schlägt Perfektion
Im VSME-Comprehensive-Modul ist explizit erlaubt, Scope-3-Daten mit Schätzungen zu liefern, solange die Methode dokumentiert ist. Großkunden ist eine begründete Schätzung lieber als kein Wert. Wer also auf den „perfekten“ Wert wartet, verliert die Frist — und damit potenziell Aufträge.
CSRD Easy bietet im Pro-Tarif vorgefertigte Schätzungs-Methoden mit CEDA-/EXIOBASE-Faktoren, die im Audit anerkannt sind. Die Einrichtung dauert 2 Stunden, der Output ist ein vollständiges Scope-3-Profil für Ihre wichtigsten Kategorien.
Der Trick: Einmal erfassen, mehrfach verwenden
Großkunde A fragt im April nach Scope 3 für Bauteile aus Werk 1, Großkunde B im Juli für die Logistikkette, Großkunde C im November für End-of-Life-Recycling. Wer alle drei ad hoc beantwortet, arbeitet drei Mal. Wer einmal in CSRD Easy erfasst, exportiert pro Anfrage in zwanzig Minuten.
Das ist der eigentliche Hebel des VSME-Standards: Lieferketten-Reporting wird zu einem strukturierten, wiederholbaren Prozess statt einer wiederkehrenden Excel-Krise.
Bereit für den nächsten Schritt?
Beta-Phase: 30 Tage kostenlos. Keine Kreditkarte nötig.
Mein kostenloses Beta-Konto erstellen